„Der Alkohol, der kann schon was“,

"Der Alkohol...

füllt die psychischen Räume

des Individuums nicht aus",

Marguerite Duras in "Das tägliche Leben" (1988)

18. Juni 2017

„Der Alkohol, der kann schon was“,

schreibt Lorenz Gallmetzer in seinem Bestseller „süchtig“ (2016). Deshalb würden auch immer wieder Menschen diesem „Zaubermittel“ (Michael Musalek, Leiter des Anton Proksch Instituts in Kalksburg) erliegen und in die Sucht schlittern.
Der Alkohol kann jedoch etwas nicht, das viele von ihm erwarten: „…er füllt die psychischen Räume des Individuums nicht aus“, resümiert die alkoholkranke Schriftstellerin Marguerite Duras in „Das tägliche Leben“ (1988).
Der Alkohol lässt das aber vergessen. Und dass nicht alles so leicht zu haben ist. Mit Alkohol erreicht man noch kein erfülltes Leben.
Die Abstinenz ist nach Professor Musalek daher auch nicht alleiniges Ziel und Selbstzweck für Alkoholkranke, sondern nur die Basis, in der das Suchtmittel in den Hintergrund gedrängt wird.  In einem begleitenden therapeutischen Prozess (Orpheus – Therapie nach Musalek) müssen Motivation und Kraft entwickelt werden, an einem Leben zu arbeiten, das man lieben kann.
Und genau das sollte bereits immer im Mittelpunkt stehen. Um einerseits einen kultivierten Umgang mit dem Alkohol zu ermöglichen und erst gar keiner Suchterkrankung zu erliegen. Und andererseits ein Leben zu leben, das man selbst als lebenswert und gelungen empfinden kann.